Tennisclub Gettorf e. V.

 
 
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Herren mit Auftaktpleite

„Alle Jahre wieder“ führte auch im Winter 2009 der Weg der Herren-Mannschaft in das weit entfernte Niebüll, wo eine Rödemisser Mannschaft zum Kräftemessen bat.

Im Vorfeld wurde schon ausgiebig über die ungeliebte „Eiswüste“ Niebüller Tennishalle  gesprochen, in der es dem Betreiber im letzten Jahr doch tatsächlich gelang, für Temperaturen zu sorgen, die sich unterhalb Außentemperatur bewegten.

Diese unschönen Erfahrungen, welche beinahe zu Atemwegserkrankungen, Unterkühlungen und Frostbeulen geführt hätten, waren noch nicht gänzlich verdrängt.
Unter anderem deshalb kam es auch dazu, dass mit Sascha Haß nur noch ein Teilnehmer der letztjährigen Gettorfer Polarexpedition erneut den Weg in die Kälte auf sich nahm.
Die anderen Drei sind vermutlich auf Eisschollen von dannen getrieben, noch immer im Packeis eingefroren oder von Polarbären vernascht worden.
So begab sich diesmal eine Gettorfer „Rumpftruppe“ (Nr. 3,5,8,9) auf Amundsens Spuren.

Auf der Anreise musste traditionell ein kurzer Zwischenstop vor der Einöde Nordfrieslands her. Diesmal wurde der Scandinavian Park nahe Handewitt geplündert. Massen an kalorienreichen Keksen, Schokolade und Kaffee mussten her, um sich noch schnell eine kältevorbeugende Fettschicht anzufuttern und um der auch schon traditionellen Verpflegungsnot in Niebüll entgegenwirken zu können.
Da man sich in weiser Voraussicht zudem kürzlich zu Weihnachten von Mutti mit selbst geklöppelten Handschuhen, langen Unterhosen, und Bommelmützen beschenken ließ, wehnte man sich - auch aufgrund des reichhaltigen Proviantes – bestens gewappnet.

Doch irgendwie kam alles anders!

Trotz lausiger Außentemperaturen, war es in der Niebüller Tennishalle nicht ganz so kalt wie die Jahre zuvor und Kaffee und Kuchen standen bei Ankunft auch schon parat. So ließ sich mit Kaffee, Kuchen, Keksen und Schokolade eine üppige Tafel darbieten.

Gleichzeitig begannen Mark Timmler (2) und Moritz Michelsen (4) ihre Einzel.

Moritz Michelsen, der nach fast 7 Jahren sein Comeback für die Farben des TC Gettorf gab, machte seine Sache gegen Martin Clausen gut. Lediglich bei seinem ersten Aufschlagspiel stotterte der Motor noch ein wenig, so dass dieses mit vier Doppelfehlern abgegeben werden musste. Kurze Zeit danach besann sich Moritz und erinnerte sich an die Worte von Coach Alesi: „Beim Aufschlag immer an die Mittellinie zielen“ und schon lief alles besser. Ab sofort beherrschte er das Geschehen nach Belieben und konnte - stark gepusht vom Handewitter Kaffee (die Hände zitterten noch immer) sicher mit 6:2, 6:3 den ersten Gettorfer Punkt einfahren.

Mark Timmler sicherte sich hingegen den „Zonk des Tages“ und musste sich nach einer indiskutablen Vorstellung mit 4:6, 4:6 gegen Björn Gutt geschlagen geben.

Die avisierte 2:0-Führung nach den ersten Einzeln war damit passé.

In der zweiten Runde kamen die Ü30-Fraktionen beider Teams zum Einsatz.

Sascha Haß (1) durfte sich gegen den alten Rivalen Göran Rust messen und Gerald Tank (3) trat gegen das Rödemisser Urgestein Ulf Seeck an.

Sascha Haß fand sehr schnell in das Spiel und konnte souverän den ersten Satz mit 6:2 für sich entscheiden. Hieran war die sehr niedrige Fehlerquote und ein sehr guter erster Aufschlag maßgeblich beteiligt. Leider fand Göran im zweiten Satz besser in sein Spiel und konnte bei zunehmender Fehlerzahl von Haß diesen ebenso schnell mit 6:2 für sich entscheiden.
Bis zum 4:2 im dritten Satz lief für Haß alles planmäßig. Ab diesem Zeitpunkt weilte die Glücksfee leider nicht mehr auf seiner Seite des Netzes und schwuppdiwupp war der 3. Satz mit 4:6 verloren.

Gerald Tank, der nach monatelanger Tennisabstinenz wieder zum Schläger griff, biss sich an dem nahezu fehlerfrei agierenden Ulf Seeck die Zähne aus und unterlag mit 2:6, 3:6.
Hier ist sicherlich hinsichtlich des Trainingseifers noch Steigerungspotential – doch Besserung wurde ja auch schon gelobt :-)

Somit stand ein unschönes 1:3 nach den Einzeln zu Buche.

Vor den Doppeln kam es nach langer Überlegung und trotz Zuhilfenahme sämtlicher Finger, Rechenschieber und Abaki für die Gettorfer zu der gar unerquicklichen Schlussfolgerung, dass es sich als schwierig gestalten könnte, dieses Punktspiel noch zu gewinnen.

Aber ein Unentschieden war wohl noch möglich!

Für den Captain stand schnell fest, dass die Rödemisser „runterspielen“ würden.
Somit wurde bei den Gettorfern auch nicht allzu lange überlegt, wie zu spielen sei. Mangels Alternativen wurde sich für Haß/Tank (1) und Timmler/Michelsen (2) entschieden.

Im 2. Doppel siegten Timmler/Michelsen gegen Seeck/Clausen mit 7:6, 6:4,vor allem dadurch, dass die „Big Points“ meist klare Angelegenheiten waren.

Somit stand es nur noch 2:3 und auch das 1. Doppel wurde eng gestaltet.

Nach Verlust des ersten Satzes mit 3:6 steigerten sich Haß/Tank im zweiten Satz gegen Rust/Gutt erheblich.
Trotzdem ging dieser Satz unglücklich nach vergebenem Satzball mit 6:7 an die Rödemisser .

Summa sumarum war ein dusseliges 2:4 das Endergebnis.

Bei einer reich gedeckten Tafel in einem benachbarten, feinen, amerikanischen Speiserestaurant ging ein langer Tennistag bei sympathischen Gastgebern des Rödemisser SV zu Ende.

Irgendwann können die Gettorfer den Spieß umdrehen und selbst mit 4:2 gewinnen .....!

(sh, mt)